Elias Tsolakidis hat vor mehr als zehn Jahren das bürgerschaftliche Projekt: O topos mou (Mein Ort) in seiner Heimatstadt Katerini mit gegründet. Das Projekt unterstützt heute in 19 unterschiedlichen Einzelaktivitäten Menschen in Notlagen. Neben einer solidarischen Apotheke gibt es die solidarische Lebensmittelausgabe, eine Tauschbibliothek, einen soldiarischen Weihnachtsmarkt und vieles mehr.

Ich habe das Projekt 2019 erstmals besucht und war fasziniert. Im November bei einer Veranstaltung der Griechenlandsolidaritätsgruppen in Hannover stellte Elias O topos mou vor und ich hatte spontan die Idee, dort ein Jugendworkcamp zu organisieren: deutsche junge Frauen und Männer könnten doch zwei Wochen dort mit leben und arbeiten, ein praktischer Akt der Solidarität, ein beidseitiges Lernfeld und europäische Verbundenheit. Wir konnten dieses Camp im August nach langem Zittern trotz Corona durchführen. Ich selbst begleitete die Gruppe nach Katerini und nutzte die Gelegenheit, dieses Podcastgespräch mit Elias aufzuzeichnen.

Elias spricht sehr gut deutsch, da er zwischen Köln und Katerini pendelt. Im Podcast erzählt er die Vorgeschichte, stellt einige der einzelnen Aktionen vor, verschweigt aber auch nicht die Konflikte und Probleme, die solch ein Engagement mit sich bringen. Trotzdem ist für ihn völlig klar, es lohnt sich. Das Gespräch gibt einen tiefen Einblick in ein bürgerschaftliches Projekt, das sich selbst organisiert, ohne Leitung oder feste Struktur. Kommunikation, gemeinsame Verabredung von Regeln und vor allem, die Bereitschaft, sich an diese Regeln zu halten, so lautet das Erfolgsrezept.

 

Links:

Projektwebsite mit Texten der jungen Frauen und Männer:

http://kikaf.spt20.de/

Bericht auf der Website der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers:

https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2020/08/11://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2020/08/11

 

Im Podcast erzählt Elias, dass die Befürchtung groß ist, im Winter eine Suppenküche einrichten zu müssen. Schon im Lockdown stieg die Zahl der Anfragen auf Unterstützung rasant an. Eine Feldküche ist bereits gespendet worden und wurde restauriert. Ein Raum steht auch zur Verfügung – wenn ein Weg gefunden wird, das Dach neu zu decken. Auf der Projektwebsite sind die Kontodaten zu finden, es wäre super, wenn hier Unterstützung aus Deutschland kommen kann!