Podcast-Folgen

Folge 13 – Veronika Lévesque: „Home Office unter Corona ergibt ein verfälschtes Bild“

Folge 13 – Veronika Lévesque: „Home Office unter Corona ergibt ein verfälschtes Bild“

„Home-Office unter Corona ergibt ein verfälschtes Bild“, sagt Veronika Lévesque – denn in der aktuellen Situation während der Pandemie herrscht ein Ausnahmezustand, in dem viele nicht freiwillig ins Home-Office gegangen sind, auch wenn sich viele, manche, wie auch immer, darüber gefreut haben. Erst später werden wir beurteilen können, ob und unter welchen Bedingungen Mitarbeitende und Unternehmen Home-Office teilweise oder auch vollständig zum Dauerzustand werden lassen.

Das ist nur einer der spannenden Gedanken aus unserem Podcastgespräch, das ich – coronabedingt – wieder via Zoom geführt, habe, mit allen Vorteilen (Veronika saß in Basel vor dem PC, ich in Hannover) und Nachteilen (unerwartete Nebengeräusche wie schlagende Uhren oder überraschende Pieptöne).

Ich habe Veronika im Februar bei der Konferenz Agile Verwaltung in Ettlingen kennengelernt. Sie arbeitet als Organsiationsberaterin beim Institut für Arbeitsforschung und Organisationsberatung in Zürich und ich fand ihren Workshop in Ettlingen sehr anregend, weil ich ja nun auch viel mit Verwaltungen und ihren Mitarbeitenden zu tun habe. Als ich vor einigen Wochen nachdachte, mit wem ich mich gerade jetzt in der Corona-Zeit gerne mal auf einen Kaffee treffen möchte, da stolperte ich über Veronika, die gerade im Forum Agile Verwaltung einen Text gepostet hatte. Ich schrieb sie an und dann ging alles ganz schnell.

Es macht Spaß, mit Veronika zu sprechen, weil sie als permanente Grenzgängerin immer wieder präzise, überraschende, manchmal auch mich zunächst verwirrende Beobachtungen mitteilt. Ihr könnt es jetzt nachhören und vielleicht geht es euch ähnlich wie mir, dass die Gedanken von Veronika noch länger nachhallen.

Folge 12 – Elias Tsolakidis: „Die solidarische Apotheke ist die größte Apotheke in Katerini“

Elias Tsolakidis hat vor mehr als zehn Jahren das bürgerschaftliche Projekt: O topos mou (Mein Ort) in seiner Heimatstadt Katerini mit gegründet. Das Projekt unterstützt heute in 19 unterschiedlichen Einzelaktivitäten Menschen in Notlagen. Neben einer solidarischen Apotheke gibt es die solidarische Lebensmittelausgabe, eine Tauschbibliothek, einen soldiarischen Weihnachtsmarkt und vieles mehr.

Ich habe das Projekt 2019 erstmals besucht und war fasziniert. Im November bei einer Veranstaltung der Griechenlandsolidaritätsgruppen in Hannover stellte Elias O topos mou vor und ich hatte spontan die Idee, dort ein Jugendworkcamp zu organisieren: deutsche junge Frauen und Männer könnten doch zwei Wochen dort mit leben und arbeiten, ein praktischer Akt der Solidarität, ein beidseitiges Lernfeld und europäische Verbundenheit. Wir konnten dieses Camp im August nach langem Zittern trotz Corona durchführen. Ich selbst begleitete die Gruppe nach Katerini und nutzte die Gelegenheit, dieses Podcastgespräch mit Elias aufzuzeichnen.

Elias spricht sehr gut deutsch, da er zwischen Köln und Katerini pendelt. Im Podcast erzählt er die Vorgeschichte, stellt einige der einzelnen Aktionen vor, verschweigt aber auch nicht die Konflikte und Probleme, die solch ein Engagement mit sich bringen. Trotzdem ist für ihn völlig klar, es lohnt sich. Das Gespräch gibt einen tiefen Einblick in ein bürgerschaftliches Projekt, das sich selbst organisiert, ohne Leitung oder feste Struktur. Kommunikation, gemeinsame Verabredung von Regeln und vor allem, die Bereitschaft, sich an diese Regeln zu halten, so lautet das Erfolgsrezept.

 

Links:

Projektwebsite mit Texten der jungen Frauen und Männer:

http://kikaf.spt20.de/

Bericht auf der Website der Ev.-luth. Landeskirche Hannovers:

https://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2020/08/11://www.landeskirche-hannovers.de/evlka-de/presse-und-medien/frontnews/2020/08/11

 

Im Podcast erzählt Elias, dass die Befürchtung groß ist, im Winter eine Suppenküche einrichten zu müssen. Schon im Lockdown stieg die Zahl der Anfragen auf Unterstützung rasant an. Eine Feldküche ist bereits gespendet worden und wurde restauriert. Ein Raum steht auch zur Verfügung – wenn ein Weg gefunden wird, das Dach neu zu decken. Auf der Projektwebsite sind die Kontodaten zu finden, es wäre super, wenn hier Unterstützung aus Deutschland kommen kann!

Folge 11 – Zukunft im Blick. Ein Dialog mit Sebastian Becker

 

Sebastian Becker und ich, wir kennen uns schon seit vielen Jahren. Kennengelernt haben wir uns noch zu der Zeit, in der ich Gemeindepfarrer am Niederrhein war. Über Frithjof Bergmann und seinen Ansatz von „New Work, New Culture“ kamen Sebastian und ich über meine Frau in Kontakt. Über die Jahre sind wir im Kontakt, bis vor kurzem hat er in Hannover gelebt und gearbeitet.

Vor einigen Tagen hat er mich angesprochen und gefragt, ob mit ihm eine Folge für seinen Podcast aufnehmen möchte. Ich habe gleich ja gesagt und vorgeschlagen, dass wir das doch dialogisch aufziehen könnten und wir die Folge auf unseren beiden Podcasts veröffentlichen.

Gesagt, getan.

So besteht jetzt hier die Möglichkeit, einiges über Sebastian Becker zu erfahren, den ich als sehr innovativ und kommunikativ kenne, ich bin immer wieder fasziniert, mit welchen Frauen und Männern er im Gespräch ist. Zugleich ist das aber auch die Gelegenheit, einiges über mich zu erfahren. In unserem Gespräch ging es um unser beider Arbeit, um die Frage, wie wir diese Corona-Krise erleben und auch um die Frage, wie Zukunft in den Blick kommen kann, in einer Zeit, in der kaum etwas unsicherer zu sein scheint als die Zukunft.

Hier der Link zu seinem Podcast bzw. zu unserer Folge auf seinem Podcast: 

 Zukunft im Blick. Matthias Jung berichtet über New Work und Kirche

Folge 10 – Markus Götte: Interviews mit KDA-Mitarbeitenden

 

Einen Tag vor Himmelfahrt verabrede ich mich mit Markus Götte auf ZOOM zu einem Podcastgespräch. Markus Götte ist Wirtschaftsjournalist und hat im letzten Jahr zusammen mit Andrea Rehmsmeier Interviews mit heutigen und früheren Mitarbeiter*innen im KDA geführt. 

Mein Vorgänger Michael Klatt hatte die Idee, die Geschichte des KDA in der hannoverschen Landeskirche aufarbeiten zu lassen, über verschiedene Stufen der Projektentwicklung kam es dann zu diesem Auftrag.

Das Buch ist im März erschienen: „Menschen stärken, Sachen klären, Position beziehen – Wie Kirche den Wandel in der Arbeitswelt mitgestaltet“. Es finden sich dort acht Einzelinterviews und die Mitschrift eines Rundgesprächs mit vier Mitabeiter*nnen der arbeitsweltbezogenen Dienste (KDA, Kirche und Handwerk, Kirchlicher Dienst auf dem Land, Spiritual Consulting).

Eigentlich wollten wir das Buch in einer Buchhandlung bei einer Lesung vorstellen. Aber das geht nun leider in diesen Tagen und Wochen nicht. Daher habe ich Markus Götte gefragt, ob wir uns mal auf ZOOM zu eine virtuellen Kaffee verabreden und über die Interviews sprechen.

Unser Gespräch wie viele derzeit mit Frage: Wie geht es in der Corona-Zeit? Dann erzählt Markus Götte ein wenig aus seiner Biografie: Wie wird man Wirtschaftsjournalist? Und schließlich geht es ins Buch hinein.

Spannend fand ich seine Antwort auf die Frage, was ihn am meisten überrascht hat bei der Arbeit: „Ich fand es interessant, dass solch eine wichtige Arbeit der Kirche ’scheinbar‘ ohne Strategie und Konzept ‚von oben‘ auskommt. Die Mitarbeitenden gehen vor Ort den Fragen nach, die sie für wichtig erachten – und das funktioniert, die Resonanzen und Wirkungen haben die Mitarbeitenden ausführlich beschrieben.“

Spannend war und ist diese Beobachtung für mich als Fachbereichsleiter, weil sich die Arbeit verändert hat und weiter verändern wird. Mit weniger Mitarbeitenden wird die Frage drängender: Wo wollen, wo sollen wir uns engagieren? Die große Nähe zu Betrieben gibt es nicht mehr wie noch vor zehn Jahren. Auch darüber steht manches im Buch zu lesen, in dem bereits genannten Rundgespräch. Und zu hören in der Folge.

Hier noch ein paar Links. Zunächst zu den Seiten der beiden Journalist*innen:

Markus Götte ist Projektleiter beim Verein für inklusive Medienbildung 

Andrea Rehmsmeier arbeiter bei Medien am Markt

Und das Buch ist erschienen bei der Evangelischen Verlagsanstalt und Leipzig: Menschen stärken, Sachen klären, Position beziehen.

Folge 9 – Martin Gaedt: Ideenentwicklung in der Klima-Corona-Krise

Eine neue Folge meines Podcast – diesmal ganz anders. Martin Gaedt habe ich vor drei Wochen in Hannover auf einem Workshop kennengelernt, es war eine der letzten Veranstaltungen, die noch stattgefunden haben, bevor das Corona-Krise uns alle dazu zwingt, zuhause zu bleiben.

Martin ist Ideenentwickler. Sein Unternehmen heißt Provotainment, und normalerweise tourt er durchs Land, hält Vorträge und bietet Workshops an. In dem Workshop, an dem ich teilgenommen hatte, führte er uns innerhalb eines Tages in die Kunst ein, kreativ Ideen zu entwickeln und in Sprache umzusetzen, die Wirkung hinterlässt. Das war spannend, abwechslungsreich und anregend.

Martin stellt den Teilnehmer*innen anschließend alle Folien zur Verfügung, die er an diesem Workshop zeigt. Als ich die durchblätterte, dachte an vielen Stellen: Was bedeutet das alles denn jetzt für uns in dieser Klima-Corona-Krise? Ich schrieb ihn an und fragte ihn, ob er Lust und Zeit hätte,per Video ber ZOOM ein Podcastgespräch über diese Frage zu führen? Er sagte sofort und spontan zu.

Das Gespräch ist im Rahmen des normalen Konzepts meiner Reihe aus dem Rahmen gefallen. Die Berufsbiografie spielte diesmal eine untergeordnete Rolle, es war ein Dialog über Ideen, Kreativität, Sprache, Räume. Ein Austausch über unsere jeweiligen Erfahrungen und Blickwinkel, er Ideenentwickler, ich ehemaliger Gemeindepastor und jetzt Landessozialpfarrer. Auch die Bedeutung, Aufgabe und Möglichkeiten von Kirche nahm einen großen Raum ein.

Hier noch ein paar Hinweise:

Der Link zur Website von Provotainment: https://provotainment.de/

Im Hintergrund ist auf dem Foto das aktuelle Buch von Martin zu sehen (hat er gut ins Bild gesetzt!): Rock your Idea. Hier der Link zum Buch auf der Verlagsseite: https://shop.murmann-verlag.de/de/item/rock-your-idea-martin-gaedt

 

 

Folge 8 – Tim Gerstenberger: „Ich versuche Angebote zu gestalten, die Menschen Mobilität in der Stadt ermöglichen“

Der Podcast mit Tim Gerstenberger war anders als meine bisherigen Gespräche. Erstmals traf ich mich mit einer Person, die ich vorher nur flüchtig kannte. Beim Besuch der Gesamtkonferenz Hannover, einem Treffen aller Pastor(inne)n und Diakon(inne)n der drei Kirchenkreise bei der UESTRA im letzten Herbst saß er auf einem Podium und erzählte aus seiner hauptamtlichen Tätigkeit bei der Stadt Hannover im Bereich Verkehrsplanung und seiner Leidenschaft für das Fahrrad und den damit zusammenhängenden ehrenamtlichen Aktivitäten. Ich fand das so spannend, dass ich ihn hinterher per Mail anschrieb und ihn fragte, ob er Lust auf ein Podcastgespräch hat. Er sagte zu.

Wir trafen uns in meinem Büro und waren sofort schon in der „Aufwärmrunde“  tief in der Diskussion. Irgendwann meinte ich, dass wir jetzt doch mal mit der Aufnahme beginnen sollten, weil wir beide noch weitere Termine an dem Nachmittag hatten. Sehr schnell waren wir in aktuelle Entwicklungen vertieft. Es ging um Verkehrsplanung in Hannover, klar, und Tim Gerstenberger erzählte auch, wie er zu dem wurde, was er heute ist. Aber schnell ging es dann weiter: Welche Rolle spielen Gewohnheiten in der Mobilität und wie können sich Gewohnheiten ändern? Wie wirkt sich das stärkere Umweltbewusstsein im Zusammenspiel zwischen Stadtverwaltung und Bürger(inne)n aus? Wie können künftige Mobilitätsstrukturen in der Stadt gedacht und entwickelt werden, welche die soziale Frage mit im Blick hält?

Es wurde die längste meiner bisherigen Aufnahmen. Wir beide trennten uns voneinander inspiriert und hätten durchaus noch weiter diskutieren können. Ein anderes Mal, an anderem Ort, ohne Headset. Aber jetzt könnt Ihr, können Sie uns zuhören. Viel Spaß dabei!

Ein noch paar Links:

Im Gespräch kommen wir auf das Projekt „Urbane Logistik“ zu sprechen, dieses Projekt findet sich hier im Netz: https://www.hannover.de/Urbane-Logistik-Hannover

Tim Gerstenberger engagiert sich besonders in diesem Projekt: Lust auf Fahrrad

An einer Stelle verweise auf ein Bild mit Worten, die ich seinerzeit mit meiner Frau zusammen „erfunden“ habe, das in meinem Büro hängt:

Das Bild entstand bei der Vorbereitung einer Predigt, die ich 2016 bei meiner Einführung als Landessozialpfarrer gehalten habe: Fadenhochzeit und Spielfalt

Im Gespräch spielt mehrfach ein Gedanke von Uwe Schneidewind eine Rolle: Viele Menschen weben über lange Zeit an Mustern mit, die dann von irgendjemandem plötzlich, überraschend und unplanbar aktiviert werden. Ich habe diesen Gedanken aus einem Vortrag, den Schneidewind in Karlsruhe gehalten hat, und der auf Youtube nachzuhören ist: Prof. Dr. Uwe Schneidewind: Auf dem Weg zur Zukunftskunst

Folge 7 – Bertina Murkovic: „Mich für die Interessen anderer stark zu machen, ist eine Arbeit, die ich wirklich, wirklich will!“

Nach längerer Pause habe ich an einem trüben Januarnachmittag endlich ein neues Podcastgespräch aufgenommen. Bertina Murkovic, Betriebsratsvorsitzende von VW Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover und Mitglied im Aufsichtsrat von VW war dazu in mein Büro gekommen.

Seit Jahrzehnten gibt es eine enge Verbindung zwischen dem KDA und dem Betriebsrat von VWN. Immer wieder nehmen KDA-Mitarbeitende an Betriebsversammlungen teil, 2019 besuchte das ganze Team den Standort in Stöcken, weil viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Werk noch nicht von innen gesehen hatten. Ende letzten Jahres gab es ein Hintergrundgespräch zwischen einigen KDAler*innen und Mitgliedern des Betriebsrats, an dem wir uns über Entwicklungen ausgetuscht haben. Am Rande habe ich Bertina gefragt, ob sie Lust hat, mal zu einem Podcast-Gespräch zu kommen und sie hat spontan ja gesagt.

im Gespräch beschreibt Bertina ihren Weg von der Klassensprecherin bis zur Betriebsratsvorsitzenden – der Wunsch, sich für die Interessen anderer einzusetzen, zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben und sie sagt mit Frithjof Bergmann: „Das ist Arbeit, die ich wirklich, wirklich will!“

Wir sprechen über ihren Rollen im Betriebsrat und im Aufsichtsrat, über den Umgang mit schwierigen Situationen, über die sie zuletzt auch auf einer „FuckupNight“ erzählt hat. Natürlich spielen auch die Veränderungen eine große Rolle, die durch die Herausforderungen der Klimakrise und der notwendigen Transformation unserer Gesellschaft auf die Automobilindustrie zu kommen.

Nach 45 Minuten „brechen“ wir ab. Die Folgen sollen ja nicht zu lang werden. Als wir die Headsets abgesetzt haben, sagen wir beide sofort: „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Und: „Wir könnten jetzt noch viel länger miteinander weiterreden!“

Vielen Dank für´s Gespräch, Bertina!

Links:

„Mir ist schlecht geworden“: Volkswagen-Mitarbeiter erzählen von ihrem Scheitern     (Bericht über die genannte FuckupNight in der HAZ, leider hinter der Bezahlschranke)

Folge 6 – Florence Holzner: „Ich brenne dafür, etwas im Bildungsbereich voran zu bringen“

Dieses Gespräch fand  spontan in Wien statt. Meine Frau und ich kennen Florence Holzner und ihren Mann Reini schon seit Jahren über die „Offene MentorInnen Akademie“ im Anschluss an Frithjof Bergmann, den „Ur-Vater“ von New Work. Bei unserem Besuch in der österreichischen Hauptstadt wollten wir neben Tourismus und gemeinsamen Unternehmungen auch das Projekt „Colearning Wien“ kennenlernen, ein Bildungsprojekt für Mädchen und Jungen, das auf dem in Österreich exisiterenden Privileg aufsetzt, Kinder auch zuhause unterrichten zu dürfen.

Florence, „Flo“, ist Mitinitiatorin dieses Projekts und mit Leidenschaft dort tätig. Bei der Besichtigung des beeindruckenden Projekts im Markhof erfahren wir, dass Flo für ihre Arbeit dort nicht bezahlt wird. Ihre Antwort in einem Satz: „Alternative Schulen können bei uns nur mit ehrenamtlicher Tätigkeit überleben. Wenn ich es nicht mache, dann macht es niemand – und dieses so wichtige Bildungsprojekt wird dann nicht voran getrieben.“ Spätestens in diesem Gespräch reift der Gedanke, mit Flo ein Podcast-Gespräch aufzuzeichnen und diesen Überlegungen genauer nachzugehen.

Wir schlagen einen Bogen von den sieben Jahren, in denen Flo aus Bautechnikerin im U-Bahn-Bau gearbeitet hat (auch sehr ungewwöhnlich für eine Frau, wie sie erzählt) über ihre heutige Tätigkeit im Colearning bis hin zu der allerletzten Frage, die immer mir gestellt wird – und über die wir dann noch einige Minuten ins Gespräch kommen.

Links:

Colearning Wien

Markhof Wien

Offene MentorInnen Akademie

 

Folge 5 – Andrea Risius: „Es ist erfüllend und sinnstiftend, bei Upstalsboom zu arbeiten, und dafür bin ich jeden Tag dankbar“

Andrea Risius arbeitet in der Zentrale von Upstalsboom in Emden. Mehr oder weniger zufällig hatten wir uns genau auf den Tag ihres zwanzigjährigen Dienstjubiläums verabredet. Sie hat dort also bereits vor der „Wende“ angefangen, die Bodo Janssen vor knapp zehn Jahren  vollzogen hat – und sie war an diesen Entwicklungen nah dran. Im Gespräch geht es natürlich um diese Geschichte, und natürlich auch um die Frage: „Ist das in der Arbeitswirklichkeit tatsächlich so, wie es Bodo Janssen in seinem Buch und in dem Film ‚Die stille Revoultion‘ beschreibt?“

Andrea ist aber auch mit Leidenschaft in der Politik tätig. Seit nunmehr 33 Jahren ist sie Mitglied im Rat in Emden. Mit 19 war sie seinerzeit das jüngste jemals gewählte Ratsmitglied in Deutschland, da hat dann auch mal „Frau im Spiegel“ mal bei ihr angeklopft.

Wenn Andrea von ihren Tätigkeiten erzählt, leuchtet ihr Gesicht und sie ist für mich ein Beispiel, dass Frithjof Bergmann recht hat, wenn er sagt: „Es gibt kaum etwas, dass einen Menschen glücklicher und zufriedener macht als eine Arbeit, die er wirklich, wirklich will.“

Folge 4 – Jochen Wilkens: „Die Natur macht es uns beim C02 eigentlich vor, wie es gehen kann!“

Das vierte Gespräch fand in Laatzen im Büro von Dr. Jochen Wilkens statt.

Jochen Wilkens ist Hauptgeschäftsführer bei ChemieNord, dem Arbeitgeberverband für die Chemische Industrie in Norddeutschland.

Ich habe ihn bei verschiedenen Gelegenheiten kennengelernt. Bei einer Veranstaltung, zu der der KDA ihn als Referenten eingeladen, erzählte er, dass seinerzeit die große Umweltkatastrophe bei Sandoz 1986 für ihn als jungen Chemiestudendenten ein wesentlicher Impuls war, in der chemischen Industrie arbeiten zu wollen. Das fand ich spannend und habe ihn gefragt, ob er Lust hat, mit mir eine Podcast-Folge aufzunehmen. Ich habe dabei eine Menge darüber gelernt, warum die chemische Industrie große Hoffnungen auf Wasserstoff setzt, – und wir haben sehr viel über Klimawandel, CO2-Steuer und mögliche Wege in die Zukunft diskutiert.

Informationen zu ChemieNord gibt es hier, unter anderem auch zu den 12 Leitlinien zur Nachhaltigkeit, die sich der Verband gegeben hat:

ChemieNord – Arbeitgeberverband für die Chemische Industrie in Norddeutschland e. V.