Podcast-Folgen

Folge 8 – Tim Gerstenberger: „Ich versuche Angebote zu gestalten, die Menschen Mobilität in der Stadt ermöglichen“

Der Podcast mit Tim Gerstenberger war anders als meine bisherigen Gespräche. Erstmals traf ich mich mit einer Person, die ich vorher nur flüchtig kannte. Beim Besuch der Gesamtkonferenz Hannover, einem Treffen aller Pastor(inne)n und Diakon(inne)n der drei Kirchenkreise bei der UESTRA im letzten Herbst saß er auf einem Podium und erzählte aus seiner hauptamtlichen Tätigkeit bei der Stadt Hannover im Bereich Verkehrsplanung und seiner Leidenschaft für das Fahrrad und den damit zusammenhängenden ehrenamtlichen Aktivitäten. Ich fand das so spannend, dass ich ihn hinterher per Mail anschrieb und ihn fragte, ob er Lust auf ein Podcastgespräch hat. Er sagte zu.

Wir trafen uns in meinem Büro und waren sofort schon in der „Aufwärmrunde“  tief in der Diskussion. Irgendwann meinte ich, dass wir jetzt doch mal mit der Aufnahme beginnen sollten, weil wir beide noch weitere Termine an dem Nachmittag hatten. Sehr schnell waren wir in aktuelle Entwicklungen vertieft. Es ging um Verkehrsplanung in Hannover, klar, und Tim Gerstenberger erzählte auch, wie er zu dem wurde, was er heute ist. Aber schnell ging es dann weiter: Welche Rolle spielen Gewohnheiten in der Mobilität und wie können sich Gewohnheiten ändern? Wie wirkt sich das stärkere Umweltbewusstsein im Zusammenspiel zwischen Stadtverwaltung und Bürger(inne)n aus? Wie können künftige Mobilitätsstrukturen in der Stadt gedacht und entwickelt werden, welche die soziale Frage mit im Blick hält?

Es wurde die längste meiner bisherigen Aufnahmen. Wir beide trennten uns voneinander inspiriert und hätten durchaus noch weiter diskutieren können. Ein anderes Mal, an anderem Ort, ohne Headset. Aber jetzt könnt Ihr, können Sie uns zuhören. Viel Spaß dabei!

Ein noch paar Links:

Im Gespräch kommen wir auf das Projekt „Urbane Logistik“ zu sprechen, dieses Projekt findet sich hier im Netz: https://www.hannover.de/Urbane-Logistik-Hannover

Tim Gerstenberger engagiert sich besonders in diesem Projekt: Lust auf Fahrrad

An einer Stelle verweise auf ein Bild mit Worten, die ich seinerzeit mit meiner Frau zusammen „erfunden“ habe, das in meinem Büro hängt:

Das Bild entstand bei der Vorbereitung einer Predigt, die ich 2016 bei meiner Einführung als Landessozialpfarrer gehalten habe: Fadenhochzeit und Spielfalt

Im Gespräch spielt mehrfach ein Gedanke von Uwe Schneidewind eine Rolle: Viele Menschen weben über lange Zeit an Mustern mit, die dann von irgendjemandem plötzlich, überraschend und unplanbar aktiviert werden. Ich habe diesen Gedanken aus einem Vortrag, den Schneidewind in Karlsruhe gehalten hat, und der auf Youtube nachzuhören ist: Prof. Dr. Uwe Schneidewind: Auf dem Weg zur Zukunftskunst

Folge 7 – Bertina Murkovic: „Mich für die Interessen anderer stark zu machen, ist eine Arbeit, die ich wirklich, wirklich will!“

Nach längerer Pause habe ich an einem trüben Januarnachmittag endlich ein neues Podcastgespräch aufgenommen. Bertina Murkovic, Betriebsratsvorsitzende von VW Nutzfahrzeuge (VWN) in Hannover und Mitglied im Aufsichtsrat von VW war dazu in mein Büro gekommen.

Seit Jahrzehnten gibt es eine enge Verbindung zwischen dem KDA und dem Betriebsrat von VWN. Immer wieder nehmen KDA-Mitarbeitende an Betriebsversammlungen teil, 2019 besuchte das ganze Team den Standort in Stöcken, weil viele neue Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter das Werk noch nicht von innen gesehen hatten. Ende letzten Jahres gab es ein Hintergrundgespräch zwischen einigen KDAler*innen und Mitgliedern des Betriebsrats, an dem wir uns über Entwicklungen ausgetuscht haben. Am Rande habe ich Bertina gefragt, ob sie Lust hat, mal zu einem Podcast-Gespräch zu kommen und sie hat spontan ja gesagt.

im Gespräch beschreibt Bertina ihren Weg von der Klassensprecherin bis zur Betriebsratsvorsitzenden – der Wunsch, sich für die Interessen anderer einzusetzen, zieht sich wie ein roter Faden durch ihr Leben und sie sagt mit Frithjof Bergmann: „Das ist Arbeit, die ich wirklich, wirklich will!“

Wir sprechen über ihren Rollen im Betriebsrat und im Aufsichtsrat, über den Umgang mit schwierigen Situationen, über die sie zuletzt auch auf einer „FuckupNight“ erzählt hat. Natürlich spielen auch die Veränderungen eine große Rolle, die durch die Herausforderungen der Klimakrise und der notwendigen Transformation unserer Gesellschaft auf die Automobilindustrie zu kommen.

Nach 45 Minuten „brechen“ wir ab. Die Folgen sollen ja nicht zu lang werden. Als wir die Headsets abgesetzt haben, sagen wir beide sofort: „Das hat richtig Spaß gemacht.“ Und: „Wir könnten jetzt noch viel länger miteinander weiterreden!“

Vielen Dank für´s Gespräch, Bertina!

Links:

„Mir ist schlecht geworden“: Volkswagen-Mitarbeiter erzählen von ihrem Scheitern     (Bericht über die genannte FuckupNight in der HAZ, leider hinter der Bezahlschranke)

Folge 6 – Florence Holzner: „Ich brenne dafür, etwas im Bildungsbereich voran zu bringen“

Dieses Gespräch fand  spontan in Wien statt. Meine Frau und ich kennen Florence Holzner und ihren Mann Reini schon seit Jahren über die „Offene MentorInnen Akademie“ im Anschluss an Frithjof Bergmann, den „Ur-Vater“ von New Work. Bei unserem Besuch in der österreichischen Hauptstadt wollten wir neben Tourismus und gemeinsamen Unternehmungen auch das Projekt „Colearning Wien“ kennenlernen, ein Bildungsprojekt für Mädchen und Jungen, das auf dem in Österreich exisiterenden Privileg aufsetzt, Kinder auch zuhause unterrichten zu dürfen.

Florence, „Flo“, ist Mitinitiatorin dieses Projekts und mit Leidenschaft dort tätig. Bei der Besichtigung des beeindruckenden Projekts im Markhof erfahren wir, dass Flo für ihre Arbeit dort nicht bezahlt wird. Ihre Antwort in einem Satz: „Alternative Schulen können bei uns nur mit ehrenamtlicher Tätigkeit überleben. Wenn ich es nicht mache, dann macht es niemand – und dieses so wichtige Bildungsprojekt wird dann nicht voran getrieben.“ Spätestens in diesem Gespräch reift der Gedanke, mit Flo ein Podcast-Gespräch aufzuzeichnen und diesen Überlegungen genauer nachzugehen.

Wir schlagen einen Bogen von den sieben Jahren, in denen Flo aus Bautechnikerin im U-Bahn-Bau gearbeitet hat (auch sehr ungewwöhnlich für eine Frau, wie sie erzählt) über ihre heutige Tätigkeit im Colearning bis hin zu der allerletzten Frage, die immer mir gestellt wird – und über die wir dann noch einige Minuten ins Gespräch kommen.

Links:

Colearning Wien

Markhof Wien

Offene MentorInnen Akademie

 

Folge 5 – Andrea Risius: „Es ist erfüllend und sinnstiftend, bei Upstalsboom zu arbeiten, und dafür bin ich jeden Tag dankbar“

Andrea Risius arbeitet in der Zentrale von Upstalsboom in Emden. Mehr oder weniger zufällig hatten wir uns genau auf den Tag ihres zwanzigjährigen Dienstjubiläums verabredet. Sie hat dort also bereits vor der „Wende“ angefangen, die Bodo Janssen vor knapp zehn Jahren  vollzogen hat – und sie war an diesen Entwicklungen nah dran. Im Gespräch geht es natürlich um diese Geschichte, und natürlich auch um die Frage: „Ist das in der Arbeitswirklichkeit tatsächlich so, wie es Bodo Janssen in seinem Buch und in dem Film ‚Die stille Revoultion‘ beschreibt?“

Andrea ist aber auch mit Leidenschaft in der Politik tätig. Seit nunmehr 33 Jahren ist sie Mitglied im Rat in Emden. Mit 19 war sie seinerzeit das jüngste jemals gewählte Ratsmitglied in Deutschland, da hat dann auch mal „Frau im Spiegel“ mal bei ihr angeklopft.

Wenn Andrea von ihren Tätigkeiten erzählt, leuchtet ihr Gesicht und sie ist für mich ein Beispiel, dass Frithjof Bergmann recht hat, wenn er sagt: „Es gibt kaum etwas, dass einen Menschen glücklicher und zufriedener macht als eine Arbeit, die er wirklich, wirklich will.“

Folge 4 – Jochen Wilkens: „Die Natur macht es uns beim C02 eigentlich vor, wie es gehen kann!“

Das vierte Gespräch fand in Laatzen im Büro von Dr. Jochen Wilkens statt.

Jochen Wilkens ist Hauptgeschäftsführer bei ChemieNord, dem Arbeitgeberverband für die Chemische Industrie in Norddeutschland.

Ich habe ihn bei verschiedenen Gelegenheiten kennengelernt. Bei einer Veranstaltung, zu der der KDA ihn als Referenten eingeladen, erzählte er, dass seinerzeit die große Umweltkatastrophe bei Sandoz 1986 für ihn als jungen Chemiestudendenten ein wesentlicher Impuls war, in der chemischen Industrie arbeiten zu wollen. Das fand ich spannend und habe ihn gefragt, ob er Lust hat, mit mir eine Podcast-Folge aufzunehmen. Ich habe dabei eine Menge darüber gelernt, warum die chemische Industrie große Hoffnungen auf Wasserstoff setzt, – und wir haben sehr viel über Klimawandel, CO2-Steuer und mögliche Wege in die Zukunft diskutiert.

Informationen zu ChemieNord gibt es hier, unter anderem auch zu den 12 Leitlinien zur Nachhaltigkeit, die sich der Verband gegeben hat:

ChemieNord – Arbeitgeberverband für die Chemische Industrie in Norddeutschland e. V.

Folge 3 – Katy Hübner: „Die Züge kamen voll mit Menschen an und fuhren voll mit Waren zurück“

Katy Hübner arbeitet für die Eisenbahn- und Verkehrsgewerkschaft (EVG) in Berlin und ist dort zuständig für die Mitglieder- und Organisationsentwicklung.

Wir haben uns bei Facebook kennengelernt und dort berichtete sie eines Tages über eine Studienfahrt der EVG nach Auschwitz. Das fand ich so spannend, dass ich sie gefragt habe, ob wir uns mal verabreden und sie mir von der Reise erzählt. Wir haben dann sofort ein zweites Treffen vereinbart und dabei die Podcast-Folge aufgenommen. Es geht um Mitgliedergewinnung bei der Gewerkschaft, Gewalt in Zügen, natürlich um die Erfahrungen auf der Studienfahrt und ich habe auch erfahren, was in jungen Jahren ihre Kämpferleidenschaft geweckt hat, die irgendwie folgerichtig ins gewerkschaftliche Engagement führte.

(Leider ist durch einen Fehler bei der Aufnahme meine Stimme leiser als die von Katy… Anfängerfehler… Aber weil das, was Katy erzählt, so spannend ist, haben wir die Aufnahme nicht wiederholt.)

Folge 2 – Martin Weiss: „Ich hatte noch die Chance als Mensch zu wirken und nicht als Wessi“

Martin war mein zweiter Gesprächspartner für diesen Podcast. Eine Gewerkschaftlerin sagte eines Tages bei einer Begegnung zu mir: „Du musst unbedingt mal den Martin Weiss treffen, ich bin sicher, ihr habt euch eine Menge zu erzählen.“

Gesagt, getan, ich schrieb ihn an und wir trafen uns auf einen Kaffee. Und in der Tat, Martin hat viel spannendes zu erzählen, weil er schon einen ereignisreichen „bewegenden“ beruflichen Lebensweg hinter sich hat.

Besonders faszinierend fand ich seine Entscheidung, früh nach der Wende in die östlichen Bundesländer zu gehen, um dort auf Aufbau gewerkschaftlicher Strukturen mit zu wirken.

Heute ist er selbständig als Coach tätig, unter anderem begleitet er Betriebsräte in Übergangssituationen, auch etwas, von dem ich zuvor nie gehört hatte.

Grund genug, ihn zu fragen, ob ich noch mal mit dem Aufnahmegerät vorbei kommen darf. Ich durfte. Und das Gespräch dauerte viel länger als gedacht.

MW C plus – für Augenhöhe in der Arbeitswelt

Folge 1 – Anna Brandes: „Ich habe meine Geschäftsidee im Wald gefunden“

Das erste Podcastgespräch habe ich mit Anna Brandes aufgezeichnet. Anna ist selbständige Unternehmerin und sagt von sich:

Mein Lebenselixier ist Inspiration in jeder Form. Sie ist es, die ich immer und überall suche, die mich beflügelt und antreibt. Es ist meine Überzeugung, dass jeder Mensch ein Potential in sich hat, Erfahrungen, Kreativität und Wissen. Manchmal braucht es nur den nötigen Zuspruch und den Austausch mit Anderen, um diesen Schatz zu heben und wachsen zu lassen.

Anna´s Unternehmen trägt den schönen Namen „Waldlichtung“. Ich wollte von ihr wissen, was hinter diesem wunderbar poetischen Namen steckt und wie sie darauf gekommen ist. Wir waren beide sehr nervös und haben nach dem Gespräch erst mal gemeinsam eine Tafel Schokolade verdrückt. Aber es hat richtig Spaß gemacht!

Mehr über Anna und die Waldlichtung findet sich unter dem Link:

Waldlichtung – Verbindung & Inspiration